Montag, 28. Januar 2013


Web 2.0 in der City: Kultur und Bildung: Naturkundemuseum
Khalid Boutasfat, Martin Krabbe, Layla Riemann


Unser Fallbeispiel

“Alte” Knochen, Artefakte aus der Vorzeit und moderne interaktive Medien…passt das zusammen? Inwieweit ist es sinnvoll, diese scheinbar großen Gegensätze zu verbinden? Stellt das Web 2.0 eine Chance für Museen dar, oder sollte man in einem Museum bei dem klassischen Museumsinventar bleiben?
Das Naturkundemuseum in Berlin bietet eine Vielzahl an medialen Technologien, um die Ausstellungstücke auf interessante Art und Weise zu veranschaulichen. Es gibt ein kostenloses Audioguidesystem, über welches man in sämtlichen Sälen auf zusätzliche Audioinformation in den Hauptsprachen Deutsch und Englisch zugreifen kann. In vier Sälen sind zusätzlich noch die Sprachen Französisch, Polnisch, Italienisch, Spanisch, Portugiesisch, Russisch, Türkisch und Japanisch verfügbar, welche auf den vielen Schrifttafeln nicht zu finden sind.Bereits im ersten Ausstellungssaal, der „Saurierwelt“, gibt es eine interessante Technologie zu bestaunen. Mit einer Art Fernglas, dem sogenannten „Juraskop“, werden die Skelette der Dinosaurier quasi vor den Augen der Besucher mit einer 3D-Animation wieder lebendig. Man braucht lediglich das Fernglas auf ein Skelett richten, daraufhin wird die Animation im Gerät abgespielt, bei denen man die längst ausgestorbenen Tiere beispielsweise beim jagen oder fressen beobachten kann. Schrifttafeln sind wie in jedem anderen Saal auch vorhanden und bei manchen lassen sich hervorgehobene Wörter anwählen, woraufhin zum Beispiel ein Video gestartet wird.In dem Bereich „Kosmos und Sonnensystem“ fällt vor allem eine Multimediainstallation auf, bei der man aus der Liegeposition heraus einen kurzen Film über das Weltall an der Decke schauen kann. Weiterhin gibt es viele beleuchtete Informationstafeln und einige Audiostationen, an denen Kompositionen zum Thema Kosmos zu hören sind.Der Saal „System Erde“ gibt Aufschluss über große Naturereignisse welche die Lebensbedingungen auf der Erde stark verändern können, wie Vulkanismus, Erdbeben und Meteroiteneinschläge. Dazu steht ein Multimedia-Globus zur Verfügung, der neben Filmsequenzen und Animationen zu den Naturereignissen auch Einblicke in den Aufbau der Erde vermittelt.In den weiteren Abteilungen sind Modelle von Tierarten zu besichtigen, von denen einige bereits ausgestorben sind. Allerdings gibt bis auf die übliche Informationstafeln und einem großen Multi-Touch-Tisch nicht mehr viel an neuartigen interaktiven Medien zu entdecken, zumal all diese Medien nicht wirklich dem Web 2.0 zuzuordnen sind.Allerdings gibt es eine gut gemachte Webpräsenz des Museums. So ist die Homepage interessant und übersichtlich gestaltet und bietet viele Informationen über die Ausstellungen, Themen und Sammlungen des Museums.
Es werden zudem professionelle Fotos ihrer Ausstellungsstücke mit passenden Beschreibungstexten – „echte Digitalisate“ angezeigt.Über die Digitalisierung öffnet das Museum zudem die eigenen Sammlungen gegenüber Personenkreisen, welche die Einrichtung selbst vermutlich nie in persona besuchen würden – vom Hobby-Geologen in Japan über den Kunstfreund in Usbekistan bis hin zum Schüler in den USA, der im Netz für eine Arbeit über die Geschichte des Bergbaus recherchiert.

Diversität und Spaltung

Da ältere Besucher (digital immigrants) mit den Möglichkeiten interaktiver Medien, sowie Web 2.0-Tools nicht vertraut sind, haben sie vor allem in einem öffentlichen Gebäude wie in einem Museum eine noch größere Hemmschwelle gegenüber neuer Technologien, und nutzen infolgedessen diese nicht. Laut unserer Befragung würden sie auch nicht den Internetauftritt dieses Museums überprüfen, um an Informationen zu gelangen, da für diese Menschengruppe ein Museumsbesuch etwas sehr Klassisches, Altehrwürdiges darstellt.Zudem wurde ebenfalls häufig von älteren ausländischen Besuchern bemängelt, dass die meisten Medientafeln nur in Englisch und Deutsch zu lesen waren, wodurch sie sich ausgegrenzt fühlten.Laut den Mitarbeitern des Museum sind speziell Kinder häufig so begeistert von den interaktiven Medien, dass sie sich dafür mehr interessieren als für die durch die Medien visualisierte Fakten. Die Museumsführer halten es dadurch für unabdinglich, dass in dem Naturkundemuseum eine Balance zwischen Modernem und Althergebrachtem bzw. Allgemeingültigem gehalten wird, da auch junge Menschen lernen sollen, ein Museum allein wegen der ausgestellten Exponate schätzen zu lernen.Jedoch muss man diesen Aspekt von zwei Seiten her betrachten: Kinder (sowie auch Erwachsene), für die das klassische Museum keinen besonderen Reiz darstellt, werden durch die anschaulichen Medien in der Ausstellung und den Web 2.0-Auftritt des Museums, eher als früher dazu angeregt, ein solches zu besuchen. Häufig fangen sie in Zuge dessen an, sich aufgrund der besseren Visualisierungsmöglichkeiten, für neue Themen zu begeistern, so dass in dieser Hinsicht diese Tools eine Diversität hervorrufen.
Junge ausländische Besucher des Museums, die wir befragten, waren sehr angetan von dem Einsatz interaktiver Medien, da die Technik für sie leicht verständlich war, und vieles ohne Text ist, sodass es für sie nur selten zu Verständnisschwierigkeiten kam.Der wichtigste Aspekt, der für die neuen Medien im Naturkundemuseum spricht, ist der, dass so die Geschehnisse um einiges verständlicher werden: Die Entstehung und der Aufbau des Universums oder die Zeit der Dinosaurier fanden entweder in so unvorstellbaren Dimensionen statt oder liegen so lange zurück, dass diese Ereignisse ohne Hilfsmittel zur bessern Visualisierung überhaupt nicht greifbar wären.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Medien im Naturkundemuseum ein sehr anschauliches und modernes Verständnis für die Entwicklungsprozesse der Menschheitsgeschichte ermöglichen, jedoch gibt es wenig Wege aktiv zu partizipieren. Bis auf die Sonderausstellungen finden sich in dieser Einrichtung noch verhältnismäßig wenig Web 2.0-Tools, jedoch wird dahingehend in den nächsten Jahren verstärkt investiert. Allerdings verfügt das Naturkundemuseum über eine Facebook-Seite, auf der News und Ankündigungen bekannt gegeben werden, sowie den Besuchern oder Naturkundemuseum-Interessierten die Möglichkeit gegeben wird, Rezensionen zu schreiben oder an Foren-Diskussionen über Fragen wie Biodiversität teilzunehmen.



Literatur

    1. Facebook Museum für Naturkunde Berlin (2013): http://www.facebook.com/MfN.Berlin?fref=ts; Stand: 22.01.2013
    2. Museum für Naturkunde Berlin (2013): http://www.naturkundemuseum-berlin.de/; Stand: 22.01.2013

Kommentare zu anderen Themen

Kommentare:

 "Identität im WEB"

http://ksumma.blogspot.de/2012/10/idientitat-im-web-20.html#comment-form
http://riemannlayla.blogspot.de/2012/10/gedanken-zur-problematik-der-identitat.html#comment-form

"Crowdsourcing"

http://lionnoel12.blog.de/2012/12/29/crowdsourcing-15364538/comment_ID/18784890/comment_level/1/#commentForm_msg


WEB 2.0 Abschlussreflexion 
Khalid Boutasfat

Meine Lernziele für das Fach waren, Persönliche Erweiterung des Medienwissens bzw. mehr über die Medienrevolution erfahren. Mehr über die Bedienung und Inhaltliche Gestaltung (Layout, Text, Bild und Formate) unterschiedlicher Kommunikationskanäle im Web erfahren. Auswirkungen des Web 2.0 auf die Gesellschaft und Risiken erkennen und inwieweit Persönlicher Datenschutz verbessert werden kann. Der Kurs „Web2.0“ ist ein sehr umfangreiches und interessantes Fach. Wir erhielten Einblick in Web 2.0. anhand von interdisziplinären Ansätzen. Aktuelle Praxisberichte und Forschungsergebnisse aus der Wirtschaft, Politik, Kultur und Wissenschaft, einschließlich eines virtuellen Gastvortrages eines Fachexperten bereicherten unsere Vorlesungen. Der Kurs ist auf dem neusten Stand und es werden aktuelle Themen besprochen. Die Kommunikation zwischen Studenten und der Professorin funktioniert einwandfrei. Man wird mit den aktuellen Web2.0 Tools u.a. Wiki, Blog, Microblog in Bekanntschaft gebracht, lernt sie kennen und kann deren Einsatzmöglichkeiten bewerten. Das Gelernte wird dann im eigenen E-Portfolio angewendet.

Die Hauptthemen:

 Einführung Web 2.0 Kultur und Recht 2.0
Digital Identity & Recruiting 2.0
Enterprise 2.0
Unternehmenskommunikation mit Web 2.0
Crowdsourcing & Wissensmanagement 2.0
Wissenschaft & Bildung 2.0 Politik & Journalismus 2.0

Am meisten hat mich das Thema Kultur und Recht interessiert. Kultur und Recht ist ein vielfältiges Thema, bei der durch die Zusammenarbeit mehrerer Menschen, über das web verbessert werden kann. Weiterhin habe ich gelernt wie man besser bzw. sicherer sich im Internet bewegt. Und vor allem das man seine Profile im Netz immer ordentlich zu pflegen hat, das kann enorm wichtig für das spätere Berufsleben sein. Ich habe viel gelernt in diesem Kurs und werde mich weiterhin aufgrund dieses Kurses mit dem Thema Web 2.0 beschäftigen und meine einzelnen nun existierenden Online-Profile und Portfolios pflegen. Weiterhin denke ich das, dass web 2.0 noch viel mehr, in Zukunft, unser Leben bestimmen wird. Alles in allem ein gelungener und interessanter Kurs.

Digital City1 by k_boutasfat

Web2.0präsi [Repariert] (In Konflikt stehende Kopie von Martin Krabbe 2012-12-09) by k_boutasfat

Wirkung von Facebook auf den arabischen Frühling


Soziale Netzwerke im Zusammenhang mit dem arabischen Frühling

Khalid Boutasfat, Martin Krabbe, Layla Riemann

Unser Fallbeispiel

„Auf radikale Veränderung der bestehenden politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse ausgerichteter, gewaltsamer Umsturz“ und „umwälzende, bisher Gültiges, Bestehendes o. Ä. verdrängende, grundlegende Neuerung, tief greifende Wandlung“ [1]
So definiert der Duden das Wort Revolution. Hat Facebook in Ägypten etwas Derartiges bewirkt? Kann es das überhaupt leisten?
Anfangs war Facebook für die ägyptische Bevölkerung das wichtigste Informations- bzw. Mobilisationsinstrument, da man so erreichen konnte, dass die Personen, die zu sozialen Netzwerken Zugang haben, immer auf dem neuesten Stand waren. Außerdem konnten so auch sehr viele Personen miteinander vernetzt sein, was für das Verbreiten von Neuigkeiten und Plänen sehr hilfreich ist.
Durch publizierte Bilder des im Juni 2010 von Polizisten zu Tode geprügelten Bloggers Khaled Said wurde eine große Welle der Entrüstung ausgelöst. Ermutigt durch die Revolution in Tunesien, fassten die Äypter im Januar 2011 den Mut, sich für die Umwälzung der herrschenden Zustände  zu mobilisieren (Prinzip der Wenigen). Eine Facebook Seite zu Ehren von Khaled Said hatte zwischenzeitlich mehr Fans, als die Nachrichtenseite Al-Jazeera und war zudem die meistbesuchte Facebook Seite Ägyptens.
Als Beispiel dafür, welche große Rolle Facebook für die Revolution gespielt hat, kann ebenfalls angeführt werden, dass während der Revolution sogar Minister und Ministerien einen Facebook-Account hatten, um sich über die Unruhen ein aktuelles und unbeschönigtes Bild machen zu können. 
Das Abschalten aller Kommunikationswege (Internet und Telekommunikation) am 28.01.2011 durch die ägyptische Regierung hatte einen Effekt, der die Wichtigkeit sozialer Netzwerke infrage stellt: Da man nicht, wie gewöhnlich, per Facebook oder Twitter kommunizieren konnte, versammelte sich ein großer Teil der Bevölkerung auf den Straßen, um herauszufinden, welches Szenario sich abspielte, sodass dieser Tag eine wichtige Wendung für das Revolutionsgeschehen war.
Gegen eine Facebook-Revolution spricht, dass diese Revolution wie jede andere in der Geschichte entstanden ist: Menschen gehen auf die Straße, wegen der sozialen Verhältnisse (40% der Ägypter lebten 2011 unter der Armutsgrenze) und wegen der politischen Lage (Diktatur Mubaraks seit 30 Jahren). Zudem starben viele Menschen im Zuge der Revolution und reales Leid herrschte, sodass es nicht gerechtfertigt ist, allen Erfolg sozialen Medien wie Facebook zuzuschreiben, denn allein durch Facebook wäre ein Umbruch niemals möglich gewesen. Dafür spricht ebenfalls die Tatsache, dass Medien beim Ausbruch von Revolution immer eine Rolle spielen, selbst in der französischen Revolution waren Medien (Zeitung, Flugblätter und Mundpropaganda) unabdingbar.
Es lässt sich sagen, dass Facebook sehr wichtig für die ägyptische Revolution war, da es den Informationsfluss erheblich beschleunigt, sowie simplifiziert hat, jedoch darf nicht außer Acht gelassen werden, dass diese Revolution ein zwingendes Resultat der herrschenden Umstände war und auch ohne soziale Netzwerke stattgefunden hätte. Jedoch bleibt offen, ob sie ebenso erfolgreich gewesen wäre.

Diversität und Spaltung

Einige Aspekte sprechen recht deutlich für eine vorhandene Spaltung, wie dass von den rund 83 Millionen Einwohnern Ägyptens nur 5.444.960 Personen Facebook-User waren. Das sind gerade mal 6,56% der Gesamtbevölkerung [2]. Außerdem kann einer anderen Statistik entnommen werden, dass nur 12% der Facebook-Benutzer in Ägypten über 34 Jahre alt sind [2], und unter den Verwendern 63% männlich sind [2]. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass zum großen Teil junge Männer Facebook als Kommunikationsmittel benutzen.
Dafür, dass Facebook eine gewisse Spaltung hervorruft spricht ebenfalls, dass die Zustände in Ägypten immer noch kritisch sind, da es erneut bewaffnete Kämpfe und Straßenschlachten gibt, alle im Namen der Demokratie und der Revolution. Soziale Netzwerke wie Facebook haben also dahingehend auch nicht geholfen, eine Einigung und friedliche Zustände zu schaffen.
Jedoch hat Facebook ebenfalls die Diversität im Land gefördert: von Dezember 2011 bis Dezember 2012 ist ein signifikanter Anstieg an Facebook-Nutzern in Ägypten verzeichnet worden (Anstieg um 102,7% [3]).
Dadurch, dass die Bilder über die aktuelle Lage durch Facebook, von der ägyptischen Regierung unzensiert, im Web kursierten, konnte auch die westliche Welt an ihnen teilhaben und sich so ein realitätsgetreues Bild von der Situation machen. Diese Form von Pressefreiheit hat eine Vielfalt, vor allem in der Meinungsbildung der westlichen Länder, hervorgerufen.
Der wichtigste Aspekt für die Diversität ist allerdings die Tatsache, dass durch die sozialen Netzwerke wie Facebook endlich die Möglichkeit für die Bürger gegeben war, aktiv zu partizipieren, selbst zu Akteuren zu werden, anstatt nur passiv alles mitzuerleben, und erst im Nachhinein informiert zu werden. Da auch Ministerien und Minister in der Hochphase der Revolution einen Facebook-Account hatten, wurden Beschwerden über Missstände und Forderungen auf deren Seiten gepostet. Zudem konnte man durch mobiles Web und durch die Existenz von Facebook spontaner, geschlossener und flexibler agieren, da Nachrichten, auch für viele Personen, schnell von A nach B gelangten.
Zusammenfassend  lässt sich sagen, dass zwar im Verhältnis gesehen, nur wenige Personen in Ägypten während der Revolution Facebook benutzten, und hauptsächlich eine bestimmte Gruppe von Menschen darüber kommunizierte, was ganz klar für die Spaltung spricht, jedoch diese Wenigen einen großen und umwälzenden Effekt hervorgerufen haben. Dieses Resultat hat zu weitreichenden politischen Umbrüchen geführt,  in der Bevölkerung Ägyptens nicht mehr abzuschaltendes Gespür für soziale und strukturelle Ungerechtigkeit geweckt, sowie ihnen demonstriert, wie man sich dagegen zur Wehr setzen kann. Somit hat Facebook einen signifikanten Beitrag zur Diversität geleistet.

Literatur

1. Duden (2012): http://www.duden.de/rechtschreibung/Revolution; Stand 12.12.2012
2. tobesocial (2012): http://tobesocial.de/blog/social-media-revolution-aegypten; Stand: 13.12.2012
3. statista (2012): http://de.statista.com/statistik/daten/studie/182764/umfrage/laender-mit-dem-groessten-anstieg-der-nutzerzahlen-auf-facebook/; Stand: 13.12.2012


Samstag, 8. Dezember 2012

Crowdsourcing im Web

Crowdsourcing
                      
Der Begriff Crowdsourcing wurde erstmals im Jahr 2006 vom Autor des "Wired Magazin" Jeff Howe genutzt. Von Crowdsourcing spricht man, wenn einzelne Aufgaben an eine Masse von Nutzern ausgelagert werden. Die Aufgaben werden meist in einer Art Wettbewerb erledigt.


Worin unterscheidet sich Crowdsourcing vom konventionellen Outsourcing?

Outsourcing beschreibt die Auslagerung von Aufgaben und Prozessen an Drittunternehmen. Vereinfacht gesagt: Einzelne Aufgaben werden von einem externen Produzenten oder Dienstleister erbracht. Im Vergleich dazu ist der Vorteil von Crowdsourcing, dass eine Gruppe von Experten in der Regel bessere Ergebnisse erzielt als ein einzelner Experte. Das Internetermöglicht uns zusätzlich, theoretisch auf eine weltweite Community zurückzugreifen. Daher ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass selbst für eine sehr spezifische Aufgabe eine Community mit dem entsprechenden Know-How gefunden wird. Trotzdem ist Crowdsourcing kein Allheilmittel und nicht mit Outsourcing austauschbar. Für viele Aufgaben wie in der Softwareentwicklung eignet sich Outsourcing wesentlich besser.


Inwieweit kann Crowdsourcing eine Marke stärken?

Eine erfolgreiche Crowdsourcing-Kampagne ist auch ein Dialog mit der Zielgruppe und den Kunden. Diese fühlen sich ernst genommen - hierdurch steigt die Bindung zur Marke. Eine erfolgreiche Kampagne führt in vielen Fällen auch zu besseren oder gar zu neuen Produkten. Der Drogeriemarkt "dm" hat ein Duschgel mit Hilfe der Kunden entwerfen lassen, und Ritter Sport ließ seine Konsumenten ihre Lieblingsschokolade auswählen. Erfolgreiche Kampagnen werden zudem in Fachartikeln und Interviews als beispielhafte Herangehensweise erwähnt, was auch die Marke stärkt.


Welche Risiken bringt Crowdsourcing mit sich?

Risiken lassen sich grundsätzlich nie völlig ausschließen. Einem Unternehmen, das gerade durch eine Maßnahme die WEB-Szene gegen sich aufgebracht hat, sollte keine Crowdsoucing durchführen. Kontroverse Themen wie Glücksspiele eignen sich ebenfalls nicht besonders gut. Dass Crowdsourcing immer ein minimales Risiko birgt, belegen bereits bekannte Fälle, bei denen eine Crowdsourcing-Kampagne nicht optimal funktioniert hat. Ein Beispiel ist das Unternehmen Henkel: Unter dem Slogan "Mein Pril - mein Stil" waren Internet-Nutzer aufgerufen, ein neues Design für die Pril-Flasche zu entwerfen. Die ausgewählten Teilnehmer reichten jedoch Entwürfe ein, die bei dem Projektleiter der Kampagne keinen Anklang fanden. Daraufhin wurden die Entwürfe zensiert.